Archiv für Mai 2012

Jetzt die richtigen Weichen stellen ….

Die Neue Mitte Altona stellt eine große Chance für die Stadtentwicklung in Hamburg dar. Hier könnte mit Hilfe einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme nach § 165 BauGB ein zukunftsweisendes neues Stadtquartier entstehen.

Zukunft Altona 3Wie könnte die Neue Mitte aussehen ? – Teil 1

Zukunft Altona 3Wie könnte die Neue Mitte aussehen ? – Teil 2

Unser Kommentar: Die Chancen bei der Planung für dieses neue Gebiet können nur genutzt werden, wenn die Weichen nicht von vorneherein falsch gestellt werden. Dies droht gerade jetzt zu geschehen, dadurch dass der „Masterplan“ für die „Neue Mitte Altona“ in Kürze von der Bürgerschaft beschlossen werden soll. Unmittelbar verwirklicht werden soll der erste Teilabschnitt dieses Vorhabens, der ohne den zweiten Abschnitt nur ein kümmerliches Provisorium darstellen würde. Es lohnt sich, weiter gegen die Verwirklichung des „Masterplans“ in der vorliegenden Form Widerstand zu leisten – z.B. durch eine Unterschrift unter das „Moratorium“
das von uns „Planungsbürger_innen“ ausgedacht und von dem Koordinierungsgremium vorgeschlagen und auf einem Bürgerforum vorgetragen und dort am 02.02.2012 mit überwaltigender Mehrheit der 120 Anwesenden beschlossen wurde.

Schalthoff Live – Stadtwerkstatt

Thema der Sendung: „Stadtwerkstatt“ in Schalthoff Live

Gäste im Studio:
Christoph Twickel, Journalist
Michael Sachs, Staatsrat für Stadtentwicklung
Hans-Joachim Menzel, Zukunftsrat Hamburg
Sigrid Berenberg, Kultwerk-Vorstand

Zum Hitler-Motiv der Plakataktion „Mitte Altona“. Es geht weiter mit der Diskussion ….

Plakat-Aktion zu NEUE MITTE ALTONA

Apropos Hitler-Motiv bei der Plakat-Aktion zu NEUE MITTE ALTONA

Ist das denn nicht grrrößenwahnsinnig: die Bahnflächen – statt diese Wunde in einem längeren Zeitraum von den Rändern her wieder zuwachsen zu lassen – auf einem Schlag zu zu betonieren mit riesigen Baublöcken mit teilweise 8 Stockwerken? Darin sollen stattfinden: 33% Eigentums- und 33% frei finanzierter (hochpreisiger) Mietwohnungsbau aber nur 22% auf dem ersten Förderweg geförderter Wohnungsbau und der auch nur mit einer Mietpreisbindung von 15 Jahren. Das bedeutet für die Kinder von Eltern mit geringem Einkommen, dass sie auf der dort vorgesehenen Stadtteilschule kein Abitur machen könnten, weil ihre Familien schon vorher wegziehen müssten wegen Wegfall der Mietpreisbindung . Bleiben wir bei den Kindern : bei 22 Baublöcken sind äußerst knapp bemessene Innenhöfe vorgesehen. Hier werden die Kinder nicht unter Bäumen spielen können, denn die werden dort nicht wachsen, weil die Innenhöfe von Tiefgaragen untertunnelt sein werden. Diese Planungen sind so unfassbar kaltherzig, dass es u.E. gerechtfertigt ist, mit dem satirischen Rückgriff auf den GröBaZ (grrrößten Bauherren aller Zeiten) diesen sogenannten „Masterplan“ für die NEUE MITTE ALTONA anzugreifen.
Anwohner_innen Initiative Altopia

So schrieben wir vor einigen Wochen. Dazu hat das Autonome Zentrum Altona auf seiner Website eine Stellungnahme abgegeben (und in dieser auf unseren Blog verlinkt), die wir den Besuchern unseres Blogs auch nicht vorenthalten wollen:

Stellungnahme zu den Hitler-Plakaten am IKEA Bauzaun
25. April 2012
in texte
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In den letz­ten Wo­chen wur­den am Bau­zaun des zu­künf­ti­gen Ikea-​Are­als an der Gro­ßen Berg­stra­ße Pla­ka­te an­ge­bracht, die sich sa­ti­risch mit der Um­struk­tu­rie­rung Al­to­nas aus­ein­an­der­set­zen.
Me­dia­le Be­ach­tung er­fuhr diese Ak­ti­on des­halb, weil eines der Pla­ka­te ein Bild Adolf Hit­lers zeig­te, zu­sam­men mit dem Chef des Wehr­macht­füh­rungs­sta­bes Al­fred Jodel. Letz­te­rer war maß­geb­lich an der Pla­nung des An­griffs auf die So­wjet­uni­on be­tei­ligt. Die De­por­ta­tio­nen der eu­ro­päi­schen Jü­din­nen_Ju­den be­zeich­ne­te Jodel als „staat­li­che Not­wen­dig­keit“.
Wir sind uns des­sen be­wusst, dass ohne die­ses Pla­kat die Ak­ti­on von der bür­ger­li­chen Pres­se un­be­ach­tet und somit einer brei­ten Öf­fent­lich­keit un­be­kannt ge­blie­ben wäre. Ein Bild Hit­lers zu ver­wen­den ist dabei ein ab­so­lut si­che­res Mit­tel, die ge­wünsch­te Auf­merk­sam­keit zu er­re­gen.
Grün­de dafür sind aber nicht die städ­te­bau­li­chen Pla­nun­gen im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, son­dern die mil­lio­nen­fa­che, in­dus­tri­el­le Ver­nich­tung von Men­schen, die im Sinne der „Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze“ als jü­disch gal­ten, die Er­mor­dung der Sinti und Roma, der Zeu­gen Je­ho­vas, der Ho­mo­se­xu­el­len, der da­ma­li­gen Sys­tem­geg­ner_in­nen, Wi­der­stands­kämp­fer_in­nen und deren Fa­mi­li­en.
Auch wenn es von den Ge­stal­ter_in­nen der Bil­der viel­leicht nicht be­ab­sich­tigt war: Der ge­wünsch­te Wer­be­ef­fekt ist nicht zu haben, ohne die Opfer des deut­schen Fa­schis­mus zu in­stru­men­ta­li­sie­ren.
Wir leh­nen eine sol­che Wer­be­stra­te­gie aus­drück­lich ab.
Ge­ra­de im Land der da­ma­li­gen Täter, in dem noch immer zu viele Men­schen ver­su­chen, einer ehr­li­chen Auf­ar­bei­tung zu ent­ge­hen, indem sie ihren Fa­mi­li­en­ge­schich­ten einen er­fun­de­nen jü­di­schen Groß­va­ter oder eine Tante im Wi­der­stand hin­zu­fü­gen, an­statt sich der his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung zu stel­len, darf es nicht hin­ge­nom­men wer­den, dass die Funk­tio­nä­re des NS zu be­lie­bi­gen „Feind­bil­dern der lin­ken Szene“ re­du­ziert wer­den, wie es die mopo als Re­ak­ti­on auf die Pla­ka­te tut.
Die An­woh­ner_in­nen In­itia­ti­ve Al­t­o­pia tut sich in Sa­chen Re­la­ti­vie­rung ganz be­son­ders her­vor.
Das Pla­kat­mo­tiv ver­tei­di­gend stellt sie auf ihrem Blog unter An­de­rem klar:

„Diese Pla­nun­gen sind so un­fass­bar kalt­her­zig, dass es u.E. ge­recht­fer­tigt ist, mit dem sa­ti­ri­schen Rück­griff auf den Grö­BaZ (grr­röß­ten Bau­her­ren aller Zei­ten) die­sen so­ge­nann­ten „Mas­ter­plan“ für die NEUE MITTE AL­TO­NA an­zu­grei­fen.“
(der ge­sam­te Text ist unter http://​altopia.​blogsport.​de/​ nach­zu­le­sen – wir wol­len den Quatsch hier nicht in vol­ler Länge do­ku­men­tie­ren)
Bleibt nur noch zu sagen, dass wir als Kam­pa­gne für ein AZ in Al­to­na die Er­klä­rung Al­t­o­pi­as für so un­fass­bar Ge­schichts­ver­ges­sen hal­ten, dass wir jede Zu­sam­men­ar­beit mit die­ser In­itia­ti­ve für die Zu­kunft ab­leh­nen.

Es gab eine lebhafte Debatte im Recht auf Stadt Netzwerk zu dem Thema unter der (treffenden) Betreffzeile: „Hitler – der böse Stadtplaner“, an der die wir von ALTOPIA uns mit folgendem Beitrag beteiligt haben:

Welche Gedankenverbindungen stellen sich denn spontan zu A.H. noch ein außer Krieg und Judenvernichtung? Das sind doch: Autobahnen und monströs monumentale Bauwerke bis hin zur Volkswagen – Stadt (später Wolfsburg).

Schon anlässlich der Architektur-Olympiade (2006) hieß es in der Kurzbeschreibung für die dort vorgelegte Astoc Wes-Studie zum Bahngelände Altona: „Das Gebiet soll nicht von den Rändern her zuwachsen, sondern ein neuer Stadtteil entstehen mit einer ganz eigenen städtebaulichen Figur“. Genau diese Absichten werden jetzt aber von den Investoren in Zusammenarbeit mit der Stadt umgesetzt mit dem sogenannten „Masterplan“ für die NEUE MITTE ALTONA . Eine solche Planung, mit der auf einen Schlag ohne Rücksicht auf die sozialen Probleme der benachbarten Stadtteile nach dem Muster der Hafencity ein weiterer Stadtteil aus den Boden gestampft wird, diesmal als ein (Wohlstands-)Mittelstands-Ghetto, ist absolut rückwärts gewandt.
Eine solche Planung ist nicht zukunftsweisend, weil sie nur scheinbar einfache Lösungen für komplexe stadtentwicklungspolitische Probleme anbietet – z.B. den „Drittelmix“!

Als wir während der entscheidenden Sitzung der Bezirksversammlung Altona am 26.01.2012 ein Transparent von der Empore (unbehelligt übrigens) herabgehängt hatten mit dem Text : „Masterplan ist Größenwahn!“, wollten wir genau die Gedankenverbindung auch herstellen, die dann mit dem Hitler-Motiv visualisiert wurde.

Wir haben uns daher gefreut und fühlten uns verstanden von dem/den Menschen, der /die sich dieses Motiv der Plakat-Kampagne ausgedacht hat/haben. Und wir haben natürlich herzlich gelacht. Die Ansicht, dass wir (zunächst einmal für uns selbst) in diesem Augenblick die Verbrechen des NS-Regimes in Sonderheit das der Shoa relativiert hätten, können wir nicht teilen. Oder dass das Gleiche geschehen sei durch die Veröffentlichung dieses, die Sachverhalte satirisch zuspitzende Plakat.
Wir wehren uns energisch gegen diesen, unserem Gefühl nach einer Art Gesinnungs- TÜV-Denken entspringenden Vorwurf! Das letzte, was wir alle in einer Zeit, in der es buchstäblich „um Alles“ geht, brauchen, sind Denk-Verbote!

Wir müssen stattdessen jederzeit den Bezug herstellen können zu den schrecklichen Denk-Irrtümern der Vergangenheit, zu denen es gehörte, dass die Zukunft immer nur in großen Würfen auf einen Schlag und unter Inkaufnahme von Opfern zu gestalten sei – nachdem zuvor die Probleme, die bei der Verwirklichung derart hochfliegender Pläne entstehen könnten, auf schrecklichste Weise vereinfachend klein geredet wurden.

Wir bedanken uns beim Autonomen Centrum Altona Bahnhof für die Denkanstöße und erklären, dass wir gerne wie bisher schon auch weiter dafür eintreten wollen, dass dieses Projekt in Altona verwirklicht werden kann.

Anwohner_innen Initiative ALTOPIA

LUX & Konsorten meets Occupy Oakland und „the 99% spring“ 27.04.2012

Hamburg, Harkortstr. 81 am 27.4.2012, 19:30 Uhr „Wagt euch nicht meine Zukunft zu klauen“ Versammlung bei der LUX & Konsorten Raumpatrouille (utopieTV-doku-vide…

Altonas große Baustelle Gentrifizierung I + II

Altonas große Baustelle von Lena Kaiser

Bezirkspolitik und Ikea drängen gemeinsam darauf, die Große Bergstraße weiter aufzuhübschen. Doch dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Unser Kommentar:

„12 Monate Mietfreiheit. Wir sind ja ein nettes Unternehmen ….“ (Kai Krahmer in der „taz“am 10.05.2012). Folgender Sachverhalt wird in dem Bericht aber nicht deutlich: Müslim Sahin hatte einen Mietvertrag für 3 Jahre. Aber schon im ersten Vierteljahr stellte die Firma Bruhn plötzlich fest, die „Vertragslaufzeit“ wäre für sie „nicht optimal“ (Per Eric Hansen in einem Interview mit der „Mopo“ am 30.06.2011). Also machten sie einen Vorschlag : 20.000 EURO oder 12 Monate Mietfreiheit gegen Verzicht von Müslim Sahin auf Vertragserfüllung. Dieses „Angebot“, das in Wirklichkeit ein einseitiges Diktat war, hätte Müslim Sahin nicht ablehnen dürfen. (Begründet mit einer Falschbehauptung!) war erbarmungslos die fristlose Kündigung dann erst die Folge. Für uns ist das Verhalten der Firma eindeutig ein Verbrechen.

Große Haie, kleine Fische
von Stella Waechter

GENTRIFIZIERUNG II Mietrückstände oder keine? Prozess um eine gekündigte Imbissbude gegenüber der Ikea-Baustelle

Unser Kommentar:

Zum Thema „Bergspitze“ auch noch ein Nachtrag: Noch im September vergangenen Jahres waren alle Fraktionen der Bezirksversammlung ganz euphorisch bezüglich neuer Entwicklungen am Goetheplatz. „Marktplatz statt Bebauung“ war das allseits für gut befundene Motto! Gerade weil IKEA von dem östlichen Teil schon Einiges an Raum wegnimmt, ist es wichtig, nun den Rest des Platzes zu erhalten als einen zentralen Ort für Wochenmarkt und andere Veranstaltungen und als einen „Platz“, auf dem sich Menschen aus dem Stadtteil treffen können. Damit das alles so werden konnte, hätte der Bebauungsplan aus dem Jahr 2004 zügig geändert werden müssen. Das tat man aber nicht, sondern man wartete ab, bis die Firma Bruhn herausgefunden hatte, was mit ihrem Grundstück machen wollte. Das Ergebnis kennen wir jetzt: Überschreitung der Grundstücksgrenzen in den Platz hinein um 18 Meter und um 7 Meter in die Fußgängerzone. Es bleibt nur eine „Goethe-Kreuzung“. Und: indem sich die Firma Bruhn nun auf den alten Bebauungsplan berufen kann, hat sie die Bezirksverwaltung an den Eiern!