Neues aus Absurdistan. Zehnter und elfter Bericht.

Neues aus Absurdistan. Zehnter und elfter Bericht.

Vorbemerkungen (mit Musik):

Musik, die Erste: auch wenn wir als gute Aktivisten doch eigentlich im ganzen fortwährend „noch schnell die Welt retten“ (Tim Benzko), kümmern wir uns doch auch weiter um den Hamburger Hauptbahnhof als um einen Ort, an dem Widerstand zu leisten ist. Dort wird nämlich auf einem öffentlichen Platz, der ein „Forum“ darstellen könnte, auf dem sich buntes vielfältiges großstädtisches Leben abspielt, gerade dieses im Auftrag der SPD-Stadtpolitiker von der Bahn AG unter Berufung auf ein rechtlich fragwürdiges „Hausrecht“ mit Hilfe von deren Unsicherheitskräften mit allerlei Willkürmaßnahmen im Keim erstickt.

Musik, die Zweite: und das Alles untermalt von unerträglich lauter bombastischer klassischer Musik, wodurch jede normale Unterhaltung unmöglich gemacht wird. Damit wird dieses kostbare Kulturgut hier missbraucht – nämlich zur Vertreibung von sog. „unerwünschten“ Personengruppen! Dies ist immer noch ein,, hässliches Erbe aus der Amtszeit des ehemaligen (mittlerweile „politisch verstorbenen“) Innensenators („Richter gnadenlos“) Ronald Barnabas Schill – inzwischen nun liebevoll gehütet vom SPD-Senat!

Zur Erinnerung ein Video dazu aus dem unerschöpflichen Fundus von Youtube. Darin kommen alle Akteure vor, die auch heute noch für die Politik am Bahnhof eine Rolle spielen – auch wenn Ole von Beust (von BLÖD seinerzeit zum„Bürgermeister der Herzen“ hochgejubelt) inzwischen auch „politisch verstorben“ ist. Das ist nämlich das bürgerliche Lager mit seinen machtvollen Medien, das Olaf Scholz zu fürchten hat, deshalb liegt ihm so sehr daran, am Bahnhofsvorplatz zu zeigen, dass er und seine Genossen „die besseren Hardliner“ sind (Zitat: Kai von Appen von der „taz“).

http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=-dQqfCp6DIo&NR=1

Hier die Berichte:

Am 21.03. und am 28.03.2013 traf sich wieder eine Gruppe von Menschen an dem bekannten Ort am Hauptbahnhof, um den Skandal der Vertreibung unliebsamer Personen und die Sicherheitslage am Bahnhof und dessen Sicherheitsarchitektur überhaupt zu diskutieren.

Wie auch bei den letzten Malen zuvor schon blieb die Gruppe unbehelligt. Lediglich zwei Polizeibeamte in Zivil beobachteten von Anfang an das Geschehen aus der Ferne, dabei demonstrativ desinteressiert tuend. Einige Obdachlose und eine Handvoll junger Punker, die sich zu der Gruppe gesellt hatten, blieben (offenbar im Schutze dieser) ebenfalls unbehelligt.
Es überraschte auch wieder, wie viele Menschen unter dem Vorplatz wieder rauchen und Getränke zu sich nehmen. Insgesamt entstand der Eindruck, dass die „andere Seite“ die ganze Angelegenheit aus sitzen will. Auf diesem Hintergrund wurden Überlegungen bezüglich anderer erweiterter Aktionsformen angestellt.

Kommentar:

Auch die Wandelhalle des Bahnhofs ist (bzw. war) letzten Endes einmal ein öffentlicher Raum. Dadurch, dass daraus ein Einkaufszentrum gemacht wurde, wurde allerdings das öffentliche Leben eingeschränkt lediglich auf: das Tätigen von Einkäufen (in Schickimicki-Läden) und das Erreichen von Verkehrsmitteln – wozu es allenfalls noch das Durchqueren der Halle kommt, um die (kostenpflichtigen!) Toiletten zu erreichen oder auf die andere Seite des Bahnhofes zu gelangen. Konsequenter Weise werden daher auch hier sog. „unerwünschte Personengruppen“ vertrieben! Daher dachten wir daran – um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen – nun auch diesen Raum mit Aktionen zu „bespielen“, Als einen ersten Schritt haben wollen wir morgen Abend besprechen, ob wir unsere Diskussionsgruppe ein oder mehrere Male (ab einem bestimmten Zeitpunkt – nach dem wir uns am gleichen Ort, wie bisher getroffen haben) in die Wandelhalle zu verlegen wollen. Das hätte den unschätzbaren Vorteil, dass wir uns dort mit relativ normaler Stimme unterhalten könnten, ohne uns anschreien zu müssen wie unter den Glasdächern des Bahnhofsvorplatzes. Würden wir unser Vorhaben in die Tat umsetzen, würden wir es mit dem eigenen Sicherheitsdienst der Wandelhalle zu tun bekommen und es wird spannend, ob denn diese Damen und Herren etwas daran auszusetzen haben werden, dass wir uns dort treffen und uns über Alles besprechen was wir bezüglich der Sicherheitsarchitektur des Bahnhofs wissen wollen uns „aber noch nicht zu fragen“ bzw. auszuprobieren „getraut haben“.

Im übrigen bleibt es dabei:

Lasst uns also auf dem Bahnhofsvorplatz aus Protest weiterhin die willkürlichen Haus-Regeln der Bahn brechen unter dem Motto: „Rauchen & (übermäßig) trinken & betteln & Flaschen sammeln & fotografieren und filmen für Grundrechte & Demokratie – und für mehr Sicherheit am Bahnhof!“

Und schauen wir weiterhin den so genannten „schwarzen Sheriffs“ auf die Finger unter der Überschrift: „Mahnwache(n) gegen Bahnwache!“

Und zwar jeden Donnerstag um 18:00 Uhr am Hauptbahnhof
vor der Wandelhalle (Ausgang Kirchenallee) gegenüber der Dienststelle (Inspektion) der Bundespolizei.