Herzlos: Städte vertreiben Obdachlose

Herzlos: Städte vertreiben Obdachlose
Panorama 3 – 26.02.2013 im NDR

In Hamburg werden Obdachlose regelrecht verjagt, besonders vor dem Hauptbahnhof. Der öffentliche Raum wird für Arme und Obdachlose immer mehr zur verbotenen Zone.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/panoramadrei519.html

*Wir brauchen Eure/Ihre Unterstützung*

ESSOH�USER

Die Esso-Tankstelle an der Reeperbahn. Dahinter eines der Esso-Häuser.
Foto: Patrick Sun

Sehr geehrte Damen und Herren,

*Von Empire St. Pauli … zu den ESSO-Häusern*

wir, das Filmteam von Empire St. Pauli, sind gerade dabei einen neuen Film zu machen. Wieder geht es um Gentrifzierung, Stadtentwicklung, diesmal thematisch konkreter um die ESSO-Häuser:

Der momentane Konflikt um die so genannten ESSO-Häuser ist sicherlich eines der bekanntesten Beispiele für aktuelle stadtpolitische Auseinandersetzungen. Der Investor – die Bayerische Hausbau – will die ESSO-Häuser mitsamt Tanke, Pubs, Clubs und Autohotel abreißen. Die in der Initiative ESSO-Häuser zusammengeschlossenen BewohnerInnen, Gewerbetreibenden und AnwohnerInnen wollen dies verhindern! Die Geschichte der ESSO-Häuser steht symbolisch für verschiedene Entwicklungen auf St. Pauli, Hamburg und in anderen Städten. Diese Prozesse möchten wir in unserem neuen Dokumentarfilm begleiten und erzählen.
www.essohaeauser.info

*Wir brauchen Eure/Ihre Unterstützung*

Dafür brauchen wir aber auch Eure/Ihre Unterstützung. Denn Film machen kostet Geld. Um den Film in der Art umzusetzen, wie wir das vorhaben, fehlen uns neben dem Geld von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der Landeszentrale für politische Bildung noch ca. 10.000 Euro.

Wir würden uns sehr freuen, wenn der Eine oder die Andere unter Euch/Ihnen sich entscheiden könnte, uns bei der Realisierung des Films finanziell zu unterstützen. Aber auch jenseits eine finanziellen Spende, wäre es eine große Unterstützung, wenn Ihr/Sie die Spendenseite oder diese E-Mail weiterleitet/weiterleiten und damit unser Projekt bekannt gemacht wird.

www.essohaeuser.info

*Alle wichtigen Informationen*

Um was es geht:
http://www.essohaeuser.info/film_idee.html

Unser Trailer zum Film:
http://www.essohaeuser.info/film_schauen.html

Warum wir Geld brauchen:
http://www.essohaeuser.info/film_foerdern.html

Wie man spenden kann:
http://www.essohaeuser.info/film_foerdern.html#zwei

Unsere Prämien für Euer Geld:
http://www.essohaeuser.info/film_foerdern.html#drei

Die ESSO-Häuser-Film Spendenseite:
www.essohaeuser.info

Die ESSO-Häuser-Facebook-Seite:
www.facebook.com/EssoHaeuserDerFilm

Tipps, Anregungen und Rückmeldungen nimmt das Filmteam gerne entgegen unter:
mail@essohaeuser.info

Vielen Dank und herzliche Grüße

Steffen Jörg (stellvertretend für das Filmteam)

-- Steffen Jörg
°Mitarbeiter Stadtteilpolitik°

GWA St. Pauli e.V.
Gemeinwesenarbeit | Kulturarbeit | Sozialarbeit
Hein-Köllisch-Platz 11 + 12 .. 20359 Hamburg
fon: 410 9887 31 (direkt)/319 36 23(allgemein)
fax: 410 9887 57
www.gwa-stpauli.de

Hauptbahnhof: Sitzen, trinken, betteln ist erlaubt

Liebe Freunde_innen und an den Aktionen am Bahnhof Interessierte, falls ihr euch gefragt haben solltet, ob wir nicht mit unseren verfassungsrechtlichen Bedenken gegen das Vorgehen des Senats übertrieben hätten, hier ein Artikel der Online-Zeitschrift „Mittendrin“, der einen Link enthält zu einer Verfassungsrechtlichen Stellungnahme eines renomierten Hamburger Juristen ….

http://hh-mittendrin.de/2013/02/hauptbahnhof-sitzen-trinken-betteln-ist-erlaubt/

Initiative Sauberes Hamburg ISHH

Wir von „Mahnwache(n) gegen Bahnwache“ sind davon überzeugt, dass alle Internet-Auftritte dieser unten näher beschriebenen obskuren Initiative ISHH Fakes sind – also auch die Stopp-Seite auf Facebook. Schade daher, dass schon zu viele ahnungslose „Gutmenschen“ dort „geliked“ haben. Herzlichen Dank an die Verfasserin des Artikels für die Online Zeitschrift „Mittendrin“ Isabella David für die sorgfältige Recherchearbeit:

http://hh-mittendrin.de/2013/02/initiative-sauberes-hamburg-hetze-satire-datenklau/

Unseres Erachtens stecken Nazis hinter der Kampagne. Sie wollen Angst machen und Abscheu gegen die „Penner“ hervorrufen und die Sache derart hoch kochen, dass Olaf Scholz keine ehrenvolle Möglichkeit mehr bleibt für einen Rückzieher. Wir gehen nämlich davon aus, dass sich bei der SPD langsam die Ansicht durchsetzt, dass sie einen Fehler gemacht haben – so viel haben die Aktionen, die am Bahnhof seit Wochen stattfinden (auch von anderen Aktivisten!) jetzt schon gebracht.

Die Rechnung der Nazis kann aber auch nicht aufgehen, dann nämlich, wenn der SPD so viel Beifall von der falschen Seite unheimlich und peinlich wird und sie dann erst recht ihren Fehler korrigiert.

Fortsetzung folgt. Hoffen wir das Beste lieber Leser – aber seien wir auf das Schlimmste gefasst!

Weiteres Neues aus Absurdistan. Sechster Bericht.

Weiteres Neues aus Absurdistan. Sechster Bericht.

Am 14.02.2013 traf sich wieder eine Gruppe von Menschen an dem bekannten Ort am Hauptbahnhof, um den Skandal der Vertreibung unliebsamer Personen und die Sicherheitslage am Bahnhof und dessen Sicherheitsarchitektur überhaupt zu diskutieren.

Das Besondere war diesmal, dass sich zwei Fernseh-Teams des NDR vor Ort befanden. Ein Team hatte sich mit der Diskussionsrunde verabredet. Dieses erste war dem investigativen Journalismus verpflichtet und arbeitete an einer längeren Dokumentation über auf der Straße lebende Menschen. Mit dem zweiten Team, das für das Abendjournal im NDR („Guten Abend Hamburg“) filmte, hatte sich eine Gruppe von Menschen aus dem „Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V.“ verabredet. Zusammen mit den (wieder dazu gekommenen) von den behördlichen Maßnahmen Betroffenen bildeten alle die genannten an diesem Abend schon eine sehr auffallende Menschenansammlung. Dessen ungeachtet blieben die Akteure völlig unbehelligt von „sicherheitsdienstlichen“ oder gar polizeilichen Maßnahmen!

Anstelle weiterer Schilderung der Ereignisse unten der Link zum Beitrag im Abendjournal. Wir, diese Berichte Erstattenden, danken besonders herzlich den Journalist_innen, weil sie Klaus Triebe (72 J.) als das letzte Wort ihres Beitrags Gelegenheit gegeben haben, in die Kamera zu sprechen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Dieser Satz aus unserem Grundgesetz mag Manchem von uns schon etwas abgeleiert erscheinen und nur für Sonntagsreden geeignet, ist doch aber der wichtigste und die Grundlage aller weiteren Feststellungen in unserer Verfassung. So explizit ist in keiner anderen Verfassung auf der Welt von der Würde des Menschen als oberstem Prinzip die Rede. Es hat dies den Hintergrund, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes noch unter dem überwältigenden Eindruck der Verbrechen der Nationalsozialisten standen, die diese gerade an der Würde des/der Menschen begangen hatten.

Deren erstes spektakuläres Verbrechen überhaupt war die sogenannte „Bettler-Razzia“. Noch im ersten Jahr nach ihrer Machtergreifung ließen nämlich die Nazis in ganz Deutschland sogenannte „asoziale Personen“ (davon allein 1.400 in Hamburg!) von Polizei, SA und SS fest – und in Gewahrsam nehmen. Die Aktion wurde weithin in der Presse als eine entschlossene Tat der neuen Herren gefeiert. Nach längstens einer Woche waren jedoch alle Inhaftierten wieder frei, weil die Gefängnisse nicht genügend Platz boten – und die Konzentrationslager (bis auf das in Dachau) noch nicht fertig gebaut waren.

Wie Hamburg heute mit dem uralten Problem der „unerwünschten Randgruppen“ umgeht, weist neben den offenkundlichen Parallelen aber doch erfreuliche andere Besonderheiten auf. Wir erinnern uns an den Sommer des vergangenen Jahres: Da musste doch der „Anti-Obdachlosenzaun“ des ehemaligen Bezirksamtsleiters Mitte (Markus Schreiber) an der Kersten Miles Brücke nach massivsten öffentlichen Protesten wieder abgebaut werden. Und die Menschen in der Stadt mit urbanem Lebensgefühl, denen in der Stadt zu leben, mehr bedeutet, als nur gut (verdienen) und brav zu konsumieren, atmeten auf und freuten sich ihres Sieges über die konservative Betonköpfigkeit der SPD – Regierung dieser Stadt.

Aber zu früh gefreut: Kaum dass sich der Pulverdampf an der Kersten Miles Brücke etwas verzogen hatte (Olaf Scholz hatte übrigens zu Allem geschwiegen!) erhielt die Wirtschaftsbehörde vom Senat den Auftrag, mit der Bahn AG „den“ Nutzungsvertrag für die glasüberdachten Flächen am Bahnhofs-VORPLATZ abzuschließen, der jetzt Gegenstand der Empörung ist.
Dies geschah dann am 25.10.2012. Unterschrieben haben: die Wirtschaftsbehörde, für das Bezirksamt Andy Grote und zwei Vertreter der Bahn AG. Die Aktion wurde von der „MOPO“ in der Ausgabe vom 28.10.2012 unter der Überschrift: „Sicherheitsdienst darf durchgreifen . Hauptbahnhof: Für Trinker ist kein Platz mehr!“ als großer Durchbruch gefeiert. Der Artikel endete mit der Frage an die Leser: „Darf man Obdachlose vertreiben?“ Es folgten 89 Kommentare, von denen einer den anderen an zum Ausdruck gebrachtem Hass und Abscheu übertraf und in denen – bis auf eine Handvoll zur Vernunft Mahnender – alle Anderen die Frage mit einem klaren „Ja“ beantworteten.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj25189.html

Kommentar:

Wenn wir das Geschehen am Hauptbahnhof verstehen wollen, müssen wir von Olaf Scholz sprechen und aus seinen politischen Reden und seinem Handeln herauslesen, was seine Absichten sind. Daraus können wir wieder schließen, ob wir von ihm als unserem Landesvater für unser Anliegen Unterstützung erwarten können.So fragen wir uns bange, wie sich damals unsere Eltern/Großeltern gefragt haben: „Ob das der Führer weiß?“ Oder wir stoßen den Seufzer aus: „Wenn das der Führer wüsste!“

Nach seinem Ausflug in die Bundespolitik zurück gekehrt, wo er als Arbeitsminister die Verwirklichung der Agenda 2010 mitgestaltet hat, mit der der Sozialstaat „zukunftsfest“ gemacht werden sollte (stattdessen aber praktisch abgeschafft wurde) hat er sich in der Politik der Stadt mit diesen Worten zurück gemeldet:

„Wer bei mir Führung bestellt, muss wissen, dass er sie auch bekommt!“

Und allen Wählern hat er versprochen, dass „wieder vernünftig regiert“ werde, wenn sie ihm und seiner Partei wieder zur Macht verhelfen würden. Wichtig zu wissen ist ebenfalls: die SPD in Hamburg hat eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) seit ihrer Wahlniederlage 2001 als Ronald Schill („Richter gnadenlos“) von Null auf 19,4% kam und mit Ole von Beust zusammen eine Jahrzehnte lange SPD-Herrschaft in Hamburg beendete. Ausschlaggebend waren die Wählergruppe der „Hamburger Radikal-Hanseaten“ (HRH) einer „Partei“, deren Anhänger sich in allen Bevölkerungsschichten und in allen Parteien(!) finden und einen Wähleranteil von 20% ausmachen. Dieses Fünftel der Wählerschaft das der SPD die Mehrheit gekostet und das ihm mit seiner Partei die Mehrheit wieder geschenkt hat, hat nun Olaf Scholz fest im Blick. Umgekehrt haben die Radikal Hanseaten, die den Bahnhof und den Vorplatz „sauber“ haben wollen im Sinne von befreit von unerwünschten Randgruppen wiederum Olaf Scholz fest im Blick und warten darauf, ob er in Sachen Bahnhof umfällt.

Wir befürchten, dass er um des Machterhalts willen nicht umfallen wird. Wir wollen aber keine Politiker, die sich in die Furche ducken, wenn es darum geht, die demokratischen Freiheiten zu verteidigen, die Generationen vor uns erkämpft haben!

Nun ist Guter Rat teuer! Wie sollen wir denn den Betonköpfen der Stadtpolitik klar machen, dass das bunte Treiben und die Vielfalt, wie sie an allen Bahnhöfen der großen Weltstädte gefunden werden – wenn noch die Qualität der gegenseitigen Toleranz dazu kommt! – zu gegeben zwar etwas weniger Sauberkeit mit sich bringt (aber da kann ja die Straßenreinigung das ihre dazu tun) und dennoch ein Vielfaches mehr an Sicherheit bedeuten würde – auch wenn demnächst mehr Bulgaren und Rumänen kommen und auch und gerade in dieser Zeit des weltweit erklärten „Kampfes gegen den Terror“.

Daher verhalten wir uns aus Protest weiterhin Haus-Regeln der Bahn verletzend nach dem Motto: „Rauchen & (übermäßig) trinken & betteln & Flaschen sammeln & fotografieren und filmen für Grundrechte & Demokratie – und für mehr Sicherheit am Bahnhof!“

Und schauen den „schwarzen Sheriffs“ auf die Finger unter der Überschrift: „Mahnwache(n) gegen Bahnwache!“

Und zwar jeden Donnerstag um 18:00 Uhr am Hauptbahnhof
vor der Wandelhalle (Ausgang Kirchenallee) gegenüber der Dienststelle (Inspektion) der Bundespolizei.

Kommt wieder zahlreich das würde auch „Panorama Drei“ des NDR freuen, die wieder dabei sein wollen!